Werte Besucherin – werter Besucher

 

Da ich der Meinung bin, dass meine persönlichen Daten  eher  unbedeutend  sind will ich versuchen besondere Ereignisse und Lebensgewohnheiten, die sich in meinen Erinnerungen eingeprägt haben aufzeichnen. Dieser Abschnitt soll nicht als Huldigung der „guten alten Zeit“ verstanden werden. Vielmehr soll  der Beitrag zeigen, dass Hilfsmittel die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, wie Waschmaschine, UKW - Rundfunk, Kühlschrank, Fotoapparate, Fernseher , Stereoanlage, Mikrowellen, E- Loks, Telefone, Transistoren, Integrierte Schaltkreise, PCs erst seit ungefähr einem Menschenalter von der  Allgemeinheit  angewendet werden.

 

Aus früher Kindheit sind mir die großen Waschtage noch in Erinnerung. In der Waschküche wurde der Bottich angeheizt und die Wäsche mehr oder minder stark gekocht bzw.  eingeweicht. Die Wäschestücke wurden gebürstet, gespült und auf der Leine getrocknet. Die Waschküchen glichen einem Dampfbad. Für die waschenden Hausfrauen waren Waschtage immer mit besonderer körperlicher Anstrengung verbunden. Dank der modernen Haustechnik mit Waschmaschine und Trockner erleichterten sich diese Hausarbeiten erheblich. Auch für uns Männer bieten diese neuen Hausgeräte mit Fuzzy - Logik und sonstigen technischen Schnickschnack eine echte Herausforderung. Gerade weil wir die Fähigkeit besitzen die meist bebilderten Gebrauchsanweisungen auch ohne technische Erklärungen umzusetzen sind wir für die Anwendung geradezu prädestiniert.

 

Bereits vor meiner Einschulung umkreiste der erste künstliche Satellit „Sputnik I“ was mit Weggenosse oder Begleiter übersetzt wird die Erde. Sputnik wurde am 04. Oktober 1957 gestartet, wog ca. 83 kg bei einem Durchmesser von 58 cm. Er umrundete die Erde auf einer elliptischen Bahn von 215 - 936 km und einer Bahnneigung von 65 Grad zum Äquator.

Einen Monat später, am 04. November 1957 startete die Hündin Laika als erstes Lebewesen in die Erdumlaufbahn.

 

Erinnerungen an die Schulzeit sind nur noch in Bruchstücken vorhanden. Hohe muffige Klassenzimmer, das nette Fräulein Lehrerin, der gestrenge Oberlehrer, ein modriger Filmsaal, ein Werkraum in einem ehemaligen Luftschutzkeller und die 6 - tage Woche.

 

Fernsehen war zu dieser Zeit kaum verbreitet. Für Unterhaltung und neueste Nachrichten sorgten Radiogeräte in bekannter Lang - , Mittel - und Kurzwellentechnik. In neueren Radiogeräten war ein Ultra Kurzwellen Empfangsteil integriert. Der Empfang erfolgte einkanalig (monophon). Selbstverständlich arbeiteten diese Geräte in moderner Röhrentechnik. Der Transistor  war  zwar schon erfunden, wurde aber in der Unterhaltungselektronik noch nicht eingesetzt. Gespeicherte Musik gab es von Schallplatten oder dem „Teffiphon“.  Das Teffiphon gilt  wohl als Vorläufer des Kassetten - Recorders. Die Musikstücke waren auf einem Endlosband mit mehreren Spuren abgespeichert. Die Abtastung erfolgte mit einer Nadel wie beim Plattenspieler.

Während meiner Schulzeit vollzog sich auch der wirtschaftliche Aufschwung. Viele Motorräder wurden von den Kleinwagen wie Isetta (Schmusekugel), Kabinenroller, Käfer, Prinz u.v.a. verdrängt. Durch den Bau der Mauer wurde Deutschland geteilt. Die Westdeutschen entdeckten Italien als Urlaubsland und Kühlschrank und SW - Fernseher eroberten sich ihren Platz in vielen Haushalten. Ende der 70 er kommt der RO 80 mit Drehkolbenmotor (kurz Wankel - Motor) die Straßen. Auf der Funkausstellung in Berlin wird das Farbfernsehen vorgestellt. Am 20. Juli 1969 betritt Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Ihm folgt sein Raumfahrtkollege Edwin Aldrin.

 

 


Zu Beginn meines Maschinenbaustudiums kommen die ersten Taschenrechner auf den Markt. Bis zu dieser technischen Errungenschaft wurden umfangreichere Berechnungen mit Logarithmentafeln, Rechenschiebern oder mit Rechenschemen gelöst. Der alte Pauker Spruch - nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir - bekam unter diesem Gesichtspunkt einen faden Beigeschmack. Vor drei Jahren mühevoll angeeignetes Wissen war nun gegenstandslos. Der Einsatz von logarithmischen Funktionen war gerade noch gut genug um auf den Taschenrechnern die n - te Wurzel zu berechnen.

 

Ebenso rasant entwickelten sich die Fotoapparate. Kaum vorstellbar sind die Zeiten, als die Fotos überwiegend in Schwarz – Weiß auf Zelluloidfilme gebannt wurden. Die Blitzlichter  arbeiteten noch mit auswechselbaren Lampen oder später mit Blitzwürfeln. Um die richtige Kombination von Blende und Belichtungszeit einzustellen, verwendete man als Hilfsmittel den Belichtungsmesser. Die Herstellung von Panoramabildern war nur im Fotolabor möglich. Die heute angebotenen Digitalkameras verfügen über mehrere Belichtungsprogramme und  erlauben

ganze Videosequenzen incl. Ton aufzunehmen. Einige Modelle sind sogar wasserdicht und lassen sich hervorragend beim Schnorcheln einsetzen. Welch ein technischer Fortschritt.

 

Gut erinnern kann ich mich noch an die Vorlesung über die elektronische Datenverarbeitung (EDV). Da der Zugang zum eigentlichen Rechner nur einer auserwählten Personengruppe vorbehalten war, stellte man die Rechenabläufe in Flussdiagrammen dar. Diese Art der Darstellung hatte den großen Vorteil, dass man sich unter Verzweigungen, Schleifen und bedingten Sprüngen einen Ablauf vorstellen konnte. Erst dann erfolgte die Umsetzung in die Programmiersprache Fortran. Mit einem Fernschreiber stanzte man einen Lochstreifen, der dann als Datenträger in die Datenverarbeitungsanlage eingelesen wurde. Mit etwas Glück erhielt man eine Woche später einen Ausdruck mit der durchgeführten Berechnung.

Die Weiterentwicklung der Taschenrechner ging rasant voran. Zum Studienende gab es programmierbare Taschenrechner, die einzelnen Rechenschritte auf Magnetstreifen speicherten und die Resultate auf einem integrierten Drucker ausgeben konnten.

Bis zur Einführung der ersten beruflich einsetzbaren PC‘ s vergingen nochmals ca. 10 Jahre. An einen privaten Einsatz eines PC’ s war zu diesem Zeitpunkt wegen der enormen Kosten nicht zu denken. Ein PC mit 286 er Prozessor, 640 kByte RAM und eine 20 MB Festplatte kostete circa Euro 5113,-- (10.000, -- DM). Für den Privatanwender wurden die PC’ s erst erschwinglich, als Großhändler die Geräte als Massenprodukt auf den Markt brachten. Mit der Vermarktung der PC’ s auf breiter Ebene trat bei vielen Zeitgenossen  eine Rückentwicklung zum „Sammler und Jäger“ ein.

 

Neben diesen technischen Errungenschaften konnten wir manche Mondfinsternis, eine Sonnenfinsternis und den Kometen Hale Bopp beobachten.

 

Seit Januar 2011 habe ich eine alt Leidenschaft wieder belebt. Ich verzichte auf fertige Bäckerei - Erzeugnisse und stelle Brot und Kuchen wieder selbst her. Weiter

 

 

 

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